Verschätzt: Trügerisches Zahlengefühl beim Einkauf

Wir stellen schnell eine Überschlagsrechnung an, die häufig mehr bauch- als kopfgesteuert ist. Und so schätzen wir das Verhältnis von Mengenangabe und Kosten häufig falsch ein, wie jetzt Forscher an den Universitäten Gent und Tilberg herausfanden.

Verschätzt: Trügerisches Zahlengefühl beim Einkauf - © Joachim Wendler - Fotolia.com Sie untersuchten das Zahlengefühl von Kunden und notierten, wie oft sie sich verschätzten, egal ob es sich dabei um Preisrabatte, Kalorien oder Inhaltsvergleiche handelte. Als Erstes fiel den Wissenschaftlern auf, dass der Unterschied zwischen 9 und 9,5 auf einer Skala von 10 als größer wahrgenommen wird, als der zwischen 90 und 95 auf einer Skala von 100.

Das nutzt die Lebensmittelindustrie bei Mengenangaben für Kalorien- oder Zucker, die aus diesem Grund oft nur für kleine Portionen abgedruckt sind und auf diese Art und Weise „schöngerechnet“ werden. Ähnliches geschieht auch bei Preisrabatten, die niedrig erscheinen und deshalb zum Kaufen verführen. Doch was wie ein Schnäppchen scheint, erweist sich bei genauem Vergleich und Durchrechnen oft als Täuschung.

Wer dem entgehen will, der muss sich beim Einkaufen Zeit nehmen und kommt ums genaue Abwägen nicht herum. Zeit sparen lässt sich eigentlich nur beim Einkauf frischer Lebensmittel, etwa im Bioladen oder auf dem Bauernmarkt: Sie sind ganz authentisch und kommen ohne lange Liste über Zusatzstoffe aus.


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