„Fortuna“ – die Gen-Kartoffel, die keiner will
70 Prozent der deutschen Bevölkerung haben sich gegen Gentechnik in der Landwirtschaft ausgesprochen.
Trotzdem versucht die Gentechnik-Industrie seit 15 Jahren unermüdlich, ihre Produkte auf den europäischen Markt zu bringen. Der neueste Versuch des Chemie-Riesen BASF besteht nun darin, die manipulierte Speisekartoffel „Fortuna“ auf die Äcker zu bringen.
Dafür wurde die Zulassung bei der Europäischen Union (EU) beantragt. Sie umfasst den kommerziellen Anbau sowie die Nutzung als Lebens- und Futtermittel. Anders als bei der genehmigten Gen-Kartoffel „Amflora“, die allein für die industrielle Produktion vorgesehen ist, würde mit „Fortuna“ eine gentechnisch veränderte Speisekartoffel direkt auf den Tellern der Verbraucher landen.
Umweltorganisationen sehen darin ein hohes Risiko und eine Art „kostenlosen“ Feldversuch mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln am Menschen. Dank aufbegehrender Landwirte findet der Anbau der „Amflora“-Kartoffel heute nur noch auf zwei Hektar statt. Für die „Fortuna“, die gegen Kraut- und Knollenfäule resistent gemacht wurde, signalisierten selbst große Lebensmittelproduzenten, Chips- und Pommeshersteller einmütig Ablehnung. Das Umweltinstitut München e.V. fordert nun von der Politik, dem Willen der Verbraucher und Verbraucherinnen zu folgen und der Risiko-Technologie Einhalt zu gebieten, indem sie den Anbau und die Vermarktung von genmanipulierten Pflanzen in Europa endgültig verbietet.