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Geist und Seele

Atmung

Damit die Luft nicht wegbleibt!

Die Lunge vollbringt wahre Höchstleistungen: jeden Tag pumpt sie bis zu 80 000 Liter Luft in die Bronchien, von wo aus der Sauerstoff bekanntermaßen über das Blut zu Zellen und Gewebe weitergeleitet wird.

AtmungWas viele nicht wissen: ohne den Atem wäre der Organismus vergiftet, denn 70 Prozent der Ausscheidungen geschehen durch den Atem! In unserer Zivilisation haben viele Menschen durch Bewegungsmangel, schlechte Haltung, einengende Kleidung und Luftverschmutzung eine reduzierte Atmung. Besonders schlecht ergeht es Asthmatikern. Ob im Auto, im Büro oder Restaurant, sie müssen stets mit dem nächsten Anfall rechnen. Die verengten oder entzündeten Bronchien ziehen sich krampfartig zusammen und lösen rasselnden Husten und Atemnot aus.

So kommt der Sauerstoff in den Körper

Beim Atmen strömt die Luft durch den Mund oder durch die Nase in den Körper. Bei der Nasenatmung wird die Luft zunächst durch Haare der Nase und die Schleimhäute gereinigt, angefeuchtet und angewärmt. Anschließend gelangt die Atemluft über den Rachenraum vorbei an Kehlkopf und Stimmlippen in die Luftröhre. Der wichtigste Atemmuskel ist das Zwerchfell, eine breite, gewölbte Muskelplatte, die oben gegen die Brusthöhle gerichtet ist und bis zum Beckenboden reicht. Bei der Abwärtsbewegung des Zwerchfells vergrößert sich das Volumen des Brustraumes und durch den entstehenden Unterdruck strömt die Luft herein.

Kleine Übungen für zwischendurch

Durch zu schnelles und zu flaches Atmen bekommt das Gehirn nicht genug Sauerstoff. Die Folgen sind häufig Müdigkeit und Kopfschmerzen. Manchmal hilft es schon, das Fenster zu öffnen. Am Arbeitsplatz sollte man das mehrfach am Tag tun, um das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Lachen trainiert den Zwerchfellmuskel übriegns genauso wie das Singen. Beides ist für Körper und Gemüt wohltuend, fördert und trainiert die Atemmuskulatur.

Bauen Sie in Ihren Alltag bewusst auch kleine Übungen ein, die sich überall praktizieren lassen:
20-mal ohne Pause bewusst durchatmen:
Auf vier kurze Atemzüge folgt ein langer.

Atemarmkreis

Während des Einatmens die gestreckten Arme nach vorne anheben, bis sie senkrecht nach oben zeigen. Beim Ausatmen sachte über die Seite nach unten herablassen. Die Übung in umgekehrter Folge wiederholen.

Po-Faust-Übung

Einige Male intensiv atmen. Beim Ausatmen fest die Fäuste ballen und die Pomuskeln anspannen, beim Einatmen entspannen. Diese Übung sollte man mindestens fünfmal durchführen.

Die Atem-Meditationen und Atem-Therapie

Da richtiges Atmen für die Gesundheit des Menschen eine zentrale Rolle spielt, gibt es seit 600 vor Christus Atemschulen. Die ersten wurden durch Buddhisten und Taoisten ins Leben gerufen mit dem Ziel, Spiritualität zu entwickeln. Bei der Atem-Meditation sitzt man aufrecht ohne anzulehnen auf einem Stuhl oder dem Boden. Die Augen sind geschlossen. Der Atem wird nur beobachtet, nicht verändert. Am besten wählt man sich einen Orientierungspunkt in der Nase oder der Lunge, um dort dem Atem nachzuspüren. Wie ist das Einatmen? Wie das Ausatmen? Wie die Atempause? Sobald man merkt, dass die Aufmerksamkeit vom Atmen weggeht, kehrt man unmittelbar wieder zum Referenzpunkt zurück.

Im Yoga, dem spirituellen Weg aus Indien, übt man dagegen, die Atmung bewusst zu kontrollieren. Zur Reinigung empfiehlt sich beispielsweise die Wechselatmung „Nadi shodana“: abwechselnd wird ein Nasenloch verschlossen und durch das noch geöffnete ein- und ausgeatmet.

Eine Spielart der Atemtherapie ist das Rebirthing. Dort liegt man bequem auf dem Rücken, schließt die Augen und verbindet Ein- und Ausatmen zu einem kreisförmigen, pausenlosen Prozess. Dabei lässt man Gedanken, Gefühle und Körpersensationen geschehen ohne sie zu bewerten. Eine Sitzung kann von sehr ruhig bis dramatisch verlaufen und sowohl auf körperlicher, geistiger wie auch emotionaler Ebene heilen.

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