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Geist und Seele

Visualisieren: nutzen Sie die Macht der inneren Bilder

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, heißt es im Volksmund seit langem.

Erst in jüngerer Zeit haben Forscher bestätigt: der Mensch ist ein visuelles Wesen. Er erfasst Dinge und Zusammenhänge am besten über Bilder. Jeder macht es eigentlich täglich, ohne sich dessen bewusst zu sein.

VisualisierenWenn wir zum Beispiel einen Freund oder eine Freundin anrufen, dann wählen wir nicht nur irgendeine Telefonnummer. Sondern wir visualisieren unseren Gesprächspartner, stellen ihn uns bildlich vor. Und an dieses Bild koppeln wir ein Gefühl, etwa Wärme und Verbundenheit. Es schwingt etwas mit, was über das gesprochene Wort hinausgeht.
Dies ist nur ein kleines Beispiel. Denn mit der Kraft der Bilder lässt sich unendlich viel mehr erreichen. Durch Visualisieren ist es möglich, uns unsere Welt so zu erschaffen, wie wir das wollen. „Jede Hypnose, jede Meditation arbeitet mit der Vorstellungskraft, mit Bildern. Diese werden in der Regel durch gesprochene Worte wie die der Autosuggestion verstärkt“, sagt Dr. med. Wolf Funfack in dem aktuellen Ratgeber „Metabolic Balance – Das Mentaltraining“.

Um zu verdeutlichen, worum es geht, hier ein kleines Beispiel aus der Praxis: In der Hypnose oder Meditation entführt der Therapeut seinen Patienten auf eine duftende Blumenwiese. Gleichzeitig spricht er dazu die Worte: „Ihre Atmung wird immer ruhiger, Sie entspannen sich völlig, Sie riechen den frischen Duft des Grases und fühlen sich frei und unbeschwert.“ Hier wirken Bild und Wort verstärkend und können zu therapeutischen Erfolgen führen.

Alle Sinne sollen beteiligt sein

Ob es nun um Gesundheit, Erfolg im Beruf, finanzielle Sicherheit oder den richtigen Lebenspartner geht – mit Visualisieren kann jeder bei vollem Bewusstsein innere Wunschbilder vor der geistigen Leinwand erscheinen lassen. „Je plastischer Sie Ihr inneres Bild von dem erwünschten Endzustand gestalten, umso stärker kann sich Ihre Vorstellung mit Energie aufladen. Wichtig ist hierbei, dass all Ihre Sinne beteiligt sind wie Riechen, Schmecken, Hören, Sehen und Fühlen. Und je öfter Sie ein Bild vor Ihrem inneren Auge bewegen, desto wahrscheinlicher wird die Verwirklichung sein“, sagt Wolf Funfack.

Wie stark das Visualisieren von Bildern wirken kann, zeigt folgende kleine Übung, die Sie gleich an sich selbst ausprobieren können:
„Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich einen wunderschönen weißen Strand am Meer vor. Sie liegen ganz entspannt und bequem in einem Liegestuhl und lauschen mit geschlossenen Augen dem Rauschen der Wellen. Sie freuen sich darauf, gleich selbst in das herrliche blaue Nass zu springen. Jetzt gehen Sie ins Wasser, fühlen, wie das Meer Sie sanft umspült und spüren das Salz auf Ihrer Haut. Sie spüren es wirklich!“

Auch körperliche Reaktionen sind möglich

Bei dieser Übung passiert Folgendes: das Unterbewusstsein nimmt die Informationen, mit denen Sie es speisen, auf – also in diesem Fall „ins Wasser gehen und Salz auf der Haut spüren“. Das löst automatisch entsprechende physiologische Reaktionen aus – genau so, als wenn Sie tatsächlich im Meer geschwommen wären. Das bedeutet: allein aufgrund eines inneren Bildes kann eine körperliche Reaktion ausgelöst werden!

Diese Übung macht deutlich, dass unsere Gedanken und Vorstellungsbilder die Wirklichkeit erschaffen können. Wolf Funfack: „Wer nur in der äußeren Wirklichkeit lebt, wird stets auf die Ereignisse um ihn herum reagieren müssen. Wer aber die innere Wirklichkeit hinzuzieht und seine ganz persönlichen Bilder dort aufhängt und immer wieder betrachtet, kann die Wirklichkeit selbst gestalten! Werden Sie zum Architekten Ihres Lebens und machen Sie Ihre inneren Bilder zu Ihren Bauplänen. Dann kann das Haus draus werden, in dem Sie sich wohl fühlen und gerne leben wollen.“

Investieren Sie in Ihre Träume!

Was Sie wissen sollten: nicht jedes Wunschbild, jede Visualisierung kann zu jeder Zeit erfüllt werden. Deswegen ist es wichtig, die Wünsche nach ihrer Wichtigkeit und der zeitlichen Priorität einzuteilen. Dabei kann es hilfreich sein, wenn Sie vor dem Visualisieren Stift und Blatt zur Hand nehmen und Ihre Wünsche nacheinander mit ihrer „Dringlichkeitsstufe“ aufschreiben. Dann wissen Sie, wo es lang geht und das anschließende Visualisieren fällt umso leichter.

Außerdem gibt es eine Art Gesetz, das praktisch immer wirkt, ganz gleich, was Sie sich wünschen und visualisieren. So ist es für das Unterbewusstsein wichtig, dass Sie sich vorstellen, dass der Wunsch bereits in Erfüllung gegangen ist! Visualisieren Sie deshalb nicht: ich möchte reich sein! Sondern visualisieren Sie: ich bin reich! Stellen Sie sich diesen Reichtum bildlich vor: wie das Geld fließt, was Sie damit tun werden, welche Anschaffungen Sie tätigen oder welche Projekte Sie dadurch ins Leben rufen oder unterstützen möchten. Tun Sie einfach so als ob! Wolf Funfack: „Kümmern Sie sich um Ihr Glück, sonst verkümmert es. Investieren Sie in Ihre Träume – es lohnt sich. Geben Sie den wesentlichen Wünschen Raum und tun Sie auch etwas dafür, frei nach einem koreanischen Sprichwort: es genügt nicht, zum Fluss zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen, man muss auch das Netz mitbringen!“

Quelle:
Wolf Funfack: Metabolic Balance – Das Mentaltraining, 2008
Südwest Verlag, ISBN: 978-5-517-08411-4

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