Stress reduzieren
Wenn der Stress überhand nimmt...
Bereits im Jahr 1880 hat der amerikanische Psychiater Bird in New York entdeckt, dass die Reizüberflutung und die Beschleunigung ein solches Ausmaß angenommen hatten, dass die Menschen in Folge davon an Nervosität, Schlafstörungen und Erschöpfung erkrankten.
Bird prägte den Begriff »Neurasthenie« – die Modediagnose des beginnenden 20. Jahrhunderts, die auch von Sigmund Freud aufgegriffen wurde. Dann geriet diese Erkrankung in Vergessenheit, und fast 100 Jahre später wurden zwei neue stressbedingte Erkrankungen definiert: das chronische Müdigkeitssyndrom und Burn-Out.
Zeitkrankheit: Burn-Out-Syndrom
Gerade beim Burn-Out-Syndrom findet sich eine Ansammlung verschiedenster Stresssymptome. Die Erkrankung des »Ausgebranntseins«, der »Zustand der totalen emotionalen und körperlichen Erschöpfung« wurde erstmals 1974 definiert. Die Symptome können sich in Depressionen, Schlafstörungen, Magenkrämpfen, Kopfschmerzen oder verschiedenen physiologischen Dysfunktionen zeigen. Im Allgemeinen verläuft das Burnout-Syndrom in verschiedenen Phasen: Enthusiasmus, Stagnation, Frustration, Apathie und schließlich Burn-Out. Besonders häufig tritt es bei »helfenden Berufen« auf und kann zur Arbeitsunfähigkeit bis hin zur Frühverrentung führen.
Stress hat zwei Seiten!
Doch eigentlich hat der Stress auch seine guten Seiten: beim Anblick einer Gefahr (zum Beispiel ein wildes Tier im Wald!) rennen wir so schnell wie möglich davon. Das schützt nicht nur unser Leben, sondern trainiert auch die Zellen des Abwehrsystems. Solch positive Stressreize nennt man Eustress, ohne sie würde unser Körper quasi »einrosten« und wäre zu keiner Reaktion mehr fähig – die oftmals für das eigene Überleben wichtig ist.
Heutzutage nimmt jedoch die negative Stress-Variante, der sogenannte Disstress überhand. Wenn zu viele äußere Reize und eine Überfülle von Sinneseindrücken den Organismus belasten, werden wir müde, sind erschöpft, und fühlen uns »gestresst«. Hektik, Lärm, Ärger und Sorgen, Arbeitsüberlastung, negative Umwelteinflüsse – um nur einige wenige Faktoren zu nennen – sorgen in ihrer Summe für eine ständige Reizüberflutung des Organismus.
Dauerstress macht krank
Dass Stress krankmachen kann und vielfältige Störungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen verursacht gilt, inzwischen als gesichert. Denn wenn wir ständig unter Strom stehen, laufen auch viele Körpersysteme ständig auf Hochtouren (z.B. Herz-/Kreislauf, Hormon- und Nervensystem), andere wiederum fahren herunter (Darmtätigkeit), ausgelöst durch die vielen Stresshormone, die über die Blutbahnen an die Organe gelangen. Herz-Kreislaufbeschwerden, Nervosität, Schlafstörungen oder etwa ein Reizdarm – das sind mögliche Erkrankungen, die stressverursacht sein können.
In unserer schnelllebigen, hektischen Zeit wird es daher wichtiger denn je, Wege aus dem Stress zu finden, zurück in die Entspannung, um wieder in der eigenen Mitte zu ruhen.