L-Carnitin: Wundermittel gegen Fettpolster?
Sportler können profitieren
Über die tatsächliche Wirkung von L-Carnitin streiten sich die Wissenschaftler derzeit noch. Klar scheint, dass vor allem Menschen, die sich viel bewegen, Nutzen daraus ziehen.
L-Carnitin wird zum Teil durch die Nahrung aufgenommen, vor allem durch den Verzehr von Fleisch, und als vitaminähnlicher Wirkstoff vom Körper selbst gebildet. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass genügend Vitamin C, B6, Eisen und Niacin im Organismus vorhanden sind. Aus Fleischextrakt wurde L-Carnitin im Jahre 1905 erstmalig isoliert, woher sich der Name ableitet (lat. caro, carnis = Fleisch).
L-Carnitin spielt eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel.
Es hat die Funktion eines Rezeptormoleküls und transportiert Fettsäuren zu den in den Körperzellen vorhandenen Mitochondrien. Diese bauen als „Energiekraftwerke“ des Körpers die langkettigen Fettsäuren schrittweise ab, was als Beta-Oxidation bezeichnet wird. Dabei wird sehr viel für den Körper nutzbare Energie frei und den Muskelzellen zur Verfügung gestellt. Da L-Carnitin bei diesem Prozess eine wichtige Rolle spielt, hat es den Ruf eines „Fatburners“ bekommen. Gesichert scheint, dass ein L-Carnitin-Mangel zu einer erhöhten Fettanreicherung im Körper führt. Belegt werden konnte auch, dass Leistungs- und Ausdauersportler mit einem gesteigerten Energiebedarf von L-Carnitin profitieren und weniger schnell ermüden.
Die empfohlenen Tagesmengen für Erwachsene liegen zwischen 0,25–4 g, für Kinder zwischen 50 mg–3 g.
Wichtig für Sportler mit hohem Energieumsatz
L-Carnitin ist vor allem bei Leistungssportlern beliebt, aber auch immer mehr Hobby- oder Gelegenheitssportler greifen zu L-Carnitin als Nahrungsergänzungsmittel. Es soll die Anreicherung von Milchsäure in den Muskeln nach körperlicher Anstrengung verhindern und so Muskelschmerzen oder sogar -schäden vorbeugen. Ein Test der University of Connecticut, USA, an gesunden Freizeitsportlern zeigte, dass die tägliche Einnahme von L-Carnitin vor intensiven Belastungen zu einer deutlich niedrigeren Produktion von freien Radikalen führte. Durch L-Carnitin wird der maximale Sauerstoffverbrauch stimuliert und durch die Fettsäureverbrennung die Leistungskraft gesteigert.
Für den Sportler bedeutet das, dass er sich nach der körperlichen Anstrengung wesentlich schneller erholt.
Menschen, die sich kaum bewegen und hoffen, durch die Einnahme von L-Carnitin abzunehmen, müssen – nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen – hingegen mit einer Enttäuschung rechnen: Die zusätzliche Gabe von L-Carnitin steigert weder die Geschwindigkeit der Fettverbrennung, noch reduziert es den Fettanteil des Körpers während einer Diät. Einen Überschuss an L-Carnitin scheidet der Körper sogar über den Urin aus. Es ist auch möglich, aber bisher noch nicht untersucht, dass der Körper aufgrund einer Überdosierung von L-Carnitin die körpereigene Produktion einstellt.
Das Fazit für den Normalverbraucher lautet also: L-Carnitin unterstützt die Leistungsfähigkeit nur in dem Maße, in dem es angefordert wird, einen Energievorschub durch eine zusätzliche Fettverbrennung stellt es nicht zur Verfügung.
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