Ingwer – das verborgene Multitalent
Eine Knolle mit vielen Eigenschaften
In der traditionellen chinesischen Medizin und im indischen Ayurveda wird Ingwer als ein Element des Ausgleichs geschätzt. Man geht davon aus, dass die Knolle die Lebenskraft des Menschen zum Fließen bringt und für Harmonie von Körper und Psyche sorgt.
Das schilfartige, bis zu 1 Meter hohe Gewächs mit seinen langen schmalen Blättern kommt ursprünglich aus der Region Südasien. Verzehrt wird der weit verzweigte Wurzelstock der Pflanze dort bereits seit 2000 Jahren. Heute wird die Pflanze sogar in Nigeria, Südamerika, in den USA und der Karibik angebaut. Über die Handelswege kam Ingwer im neunten Jahrhundert nach Deutschland. Bis zur Einfuhr der Chilischote zu Beginn der Neuzeit war Ingwer hierzulande der einzige bekannte Scharfmacher. Vor allem Seefahrer schätzten die Knolle sehr, da sie sie – roh genossen – mit Vitaminen versorgte, und trugen so zu ihrer Verbreitung bei. Noch heute gilt die Wurzel als Heilmittel gegen Übelkeit, Schwindel und Reisekrankheit. Neben der verdauungsfördernden und appetitanregenden Wirkung hilft er auch bei der Blutverdünnung. Mehr noch als der berühmte Knoblauch unterstützt Ingwer Herz und Kreislauf. Pulverisierter Ingwer ist übrigens auch in Kapseln in Apotheken erhältlich.
Eine Knolle mit vielen Eigenschaften
Der medizinisch wirksame Bestandteil der Knolle ist ihr zähflüssiger Balsam. Dieser besteht aus ätherischen Ölen und Scharfstoffen, den Gingerolen und Shoagolen. Sie unterbinden den Brechreiz und vernichten unerwünschte Bak-terien und Pilze im Darm. Insgesamt attestiert man dem Ingwer 22 pharmakologische Eigenschaften. Er schützt die Leber und wirkt antioxidativ, d.h. er bindet krebserregende freie Radikale. Auch Linderung bei rheumatischen Beschwerden wird ihm nachgesagt sowie die Wirksamkeit als Aphrodisiakum.
Tausendsassa in der Küche
Ingwer wird hierzulande üblicherweise bei der Marmeladenherstellung verwendet, Backwaren beigegeben und kandiert als Konfekt gereicht. Als aromatisches Gewürz passt er zu Geflügel und Lamm genauso wie zu Fisch und Meeresfrüchten. Trocken und gekühlt hält er sich einige Wochen im Gemüsefach.
Ingwertee, zubereitet aus frischen Ingwerstreifen, hilft gegen Husten, Heiserkeit und Magen-Darmprobleme. Man übergießt die Ingwerstücke mit kochendem Wasser, lässt ihn 6-8 Minuten ziehen und kann je nach Geschmack etwas Honig zugeben.
Je später man Ingwer erntet, umso schärfer ist er. Wer eine milde Schärfe bevorzugt, greift am besten zum australischen Ingwer. Er ist auch in Bioqualität erhältlich. In der Rezeptdatenbank finden sich viele leckere Rezepte mit Ingwer.