Scharfe Gewürze
Gewürze geben unserer Nahrung nicht nur die besondere Note und sorgen für Abwechslung in der Küche, sie machen die Lebensmittel darüber hinaus länger haltbar und tragen zur besseren Verdauung der Speisen bei.
Die antibakterielle Wirkung ist ein Grund, warum die Menschen in südlichen Ländern ihre Speisen schärfer würzen als wir. Je höher die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in einem Land sind, umso größer ist in der Regel auch die Auswahl an Gewürzen.
Die Bewohner in tropischen und subtropischen Ländern wissen schon lange von den konservierenden Eigenschaften der scharfen Gewürze. Chili zum Beispiel verleiht den Speisen nicht nur die besondere Schärfe, sondern hemmt nachgewiesenermaßen die Keimbildung.
Wenn’s zu scharf wird
Interessant für Reisen in ferne Länder: Durch den höheren Säureanteil im Magen-Darm-Trakt reduziert sich die Durchfallgefahr. Aber Achtung, nicht jeder verträgt scharfe Gewürze. Gerade empfindliche Menschen sollten sich beim Würzen der Speisen etwas zurückhalten. Ihnen könnte die verstärkte Produktion von Magensäure Beschwerden bereiten, denn derart scharf gewürzte Speisen sind nicht unbedingt für den durchschnittlichen westlichen Magen zu empfehlen. Im Vergleich zur asiatischen Küche kann einem die westeuropäische Küche dann schon mal wie Schonkost für Magenkranke vorkommen.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten: konservieren und Keime töten
Der antibiotische Effekt der scharfen Gewürze verstärkt sich, je mehr Gewürze verwendet werden. Je schärfer eine Speise ist, umso haltbarer bleibt sie und umso weniger Keime können sich bilden. Hier hat der Spruch »Viel hilft viel« ausnahmsweise mal seine Berechtigung.
Beliebt sind auch Zimt, Nelken, Oregano und Thymian. Auch sie enthalten antibakterielle Stoffe. Wenn Sie ihre Nahrungsmittel etwa mit Zimtöl einpinseln, können an diesen Stellen keine Schimmelpilze mehr wachsen. Gleiches gilt auch für Knoblauch und Nelken, mit denen rohes Fleisch haltbarer wird. Die Behandlung mit diesen Gewürzen sorgt sogar dafür, dass sich die Escherischia-coli-Bakterien nicht vermehren können. Einige Forscher glauben gar, dass diese Gewürze auch Salmonellen in die Schranken weisen können.
Die Verdauung anregen
Zu den hervorragendsten Eigenschaften von scharfen Gewürzen wie Pfeffer, Ingwer, Curry, Paprika und Senf zählt die Anregung der Körpersäfte, vor allem die Speichel- und die Magensaftproduktion. Beim Verzehr dieser Gewürze wird der Speichelfluss bis um das Neunfache vermehrt. Die erhöhte Speichelproduktion hat mehrere positive Nebeneffekte: Die Mahlzeit wird wirkungsvoller verdaut und der Stoffwechsel wird angeregt. Zudem werden Mund und Zähne besser von Nahrungsresten befreit, was der Entstehung von Karies entgegen wirkt.