Ein Picknick im Grünen
Unter freiem Himmel schmeckt es einfach besser.
Das finden nicht nur spaßhungrige Kids, die sich jetzt in Freibädern, an Badeseen oder auf Abenteuerspielplätzen austoben und dabei aus der Familienkühltasche naschen.
Auch Erwachsene packen an herrlichen Sommertagen gerne den Picknickkorb – für ein romantisches Essen zu zweit oder einen fröhlichen Imbiss mit Familie und Freunden. Ob mit Kindern oder Freunden, gute Vorbereitung und köstlicher Proviant machen das Essen im Grünen zum kulinarischen Erlebnis.
Kleine Kulturgeschichte des Picknicks
Das gemeinsame Essen im Freien war bereits in der Antike bekannt. In der Landwirtschaft war es üblich, während der stundenlangen Arbeit auf dem Feld zwischendurch eine Essenspause einzulegen und Mitgebrachtes zu verzehren. Im Mittelalter speisten Reisende oft notgedrungen außerhalb von Gasthäusern, und während einer herrschaftlichen Jagd wurde die Mahlzeit ebenfalls im Freien eingenommen. In der Zeit des Barock wurde das Essen im Freien als Sommervergnügen in Adelskreisen populär, vor allem in Frankreich. Das Wort Picknick leitete man ab aus piquer für »aufpicken« und nique für »Kleinigkeit«. Etwas später, im sogenannten Viktorianischen Zeitalter, kam das Picknick in England in Mode, da Queen Victoria häufig im Freien speiste.
So kommt es, dass Franzosen und Briten darüber streiten, die Urheber des »Picknick« zu sein. Der klassische Korb, der sowohl das Essen als auch eine Decke, Geschirr und Besteck enthält, stammt jedenfalls aus Großbritannien. Hier gehörte zur Mahlzeit in jedem Fall auch die Teezubereitung, so dass vor der Erfindung der Thermoskanne oft ein tragbares Kochgerät mitgenommen wurde. Zu einem englischen Ausflug könnte man noch Sandwiches mit Gurken und Cheddar-Cheese mitnehmen oder auch Kekse und Kuchen, während die Franzosen wohl eher zu Rotwein, Baguette, Käse und Trauben greifen.
Was noch alles zum Picknick gehört
Für ein romantisches Diner zu zweit gehören Prosecco, exklusive Dips und eine Honigmelone in den Korb, im bayerischen Biergarten werden traditionell Brezen, Wurstsalat und »Obazda« eingepackt – und im Idealfall eine weißblaue Tischdecke. Als Getränke sind Mineralwasser und Saftschorlen empfehlenswert, da sie in der Sommerhitze den Durst am besten löschen.
Gerade Familien brauchen aber noch eine ganze Menge mehr: eine breite Decke, Servietten, Sonnenbrille, Sonnencreme, Schnuller, Mückenspray, Notapotheke mit Pflaster und Desinfektionsspray, Fußball, Frisbee... Wer nicht zu viel Gewicht transportieren möchte, verwendet am besten leichte Körbe oder Taschen und Kunststoffgeschirr statt Porzellan. Für empfindliche Speisen ist eine Kühlbox besonders wichtig. Sie hält gleichzeitig auch Getränke kalt. Picknickprofis haben außerdem immer ein scharfes Taschenmesser und einen Korkenzieher dabei.
Ein Picknick im Grünen dient der Entschleunigung des Alltags und erhöht damit den Lebensgenuss. Die Kommunikation wird entspannt und locker, die Laune hebt sich, und die familiäre Bindung wird gestärkt. Wer das Picknick mit einem Spaziergang oder Ballspiel kombiniert, fördert nicht nur die körperliche Fitness, er unterstützt auch die psychische Balance und Belastbarkeit.
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