Verstopfung
Verstopfung – wenn Körper und Geist hart arbeiten
Grundsätzlich ist der Darm – wie viele Organe unseres Körpers – dazu bereit, kleinere und auch größere Sünden über einen längeren Zeitraum zu verzeihen und auszugleichen.
Doch bei einer unachtsamen Lebensführung fängt er irgendwann an zu maulen. Zu viel, zu unregelmäßig, zu fett, zu süß, zu hektisch – sind nur einige Ernährungsweisen, die der Darm eines Tages nicht mehr aushält. Die Folgen davon ist häufig Verstopfung.
Wenn man nicht mehr kann…
Von Verstopfung spricht man,
• wenn „der Darm weniger als einmal in 5 Tagen entleert wird
• ein ständiges Völlegefühl im Unterleib vorherrscht
• der Stuhl hart und trocken ist und
• die Darmentleerung schwierig verläuft
Ursachen für eine Verstopfung gibt es viele: ein Orts- und Ernährungswechsel, etwa durch eine Fernreise, kann den Darm aus dem Gleichgewicht bringen und für eine kurzfristige Verstopfung sorgen. Aber auch Stress und Medikamente wie z. B. Husten- und Schmerzmittel können den Darm verstopfen. Ebenso Bewegungsmangel, Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Flüssigkeitszufuhr. Auch ungelöste psychische Konflikte und sexuelle Probleme spielen bei der Verstopfung eine große Rolle.
Was passiert im Körper?
Unser Darm ist ständig in Bewegung und ist daher auf die Unterstützung der Bauchmuskeln angewiesen, doch die sind bei vielen Menschen aufgrund mangelnder Bewegung und flacher Atmung zu schwach ausgebildet. So manches Verstopfungsproblem könnte man allein mit Atem- und Kraftübungen lösen.
Neben dieser rein organischen Ursache spielt auch die Psyche bei der Verstopfung kräftig mit. Verstopfung kann auftreten, wenn ein Mensch entschlossen ist, hart zu arbeiten und durchzuhalten, obwohl er mit einem Problem konfrontiert wurde, das er nicht lösen kann. Menschen, die sich ständig zur Ordnung zwingen, empfinden jedes Sich gehen lassen – also auch die Darmentleerung und den Geschlechtsverkehr – als „unmoralisches Abweichen vom Pfad der Mühsal.“
Erste Hilfe bei Verstopfung
Bitterstoffe: Unsere Nahrung beinhaltet immer weniger Bitterstoffe, sehr zum Leidwesen unserer Verdauung, die auf diese Stoffe angewiesen ist. Hilfreich sind hier ätherische Öle, die beispielsweise in bitteren und scharfen Kräutern wie Thymian, Beifuß und Estragon enthalten sind. Auch „Urbitter-Granulate“ aus der Apotheke können für schnelle Abhilfe sorgen.
Flohsamenschalen: Flohsamen, eine südländische Wegerichart, reinigen den Darm, saugen Gifte und Bakterien auf und regen die Darmtätigkeit an. Am besten täglich einen Teelöffel über die Mahlzeiten streuen und dazu ein Glas Wasser trinken.
Homöopathische Mittel: Auch homöopathische Mittel wie Alumina D6, Nux vomica D4 und Magnesium phosphoricum D12 können bei Verstopfung helfen. Da jedes Mittel aber eine andere Indikation hat, ist es ratsam, die Einnahme vorher mit dem Homöopathen abzusprechen.
Mehr Ballaststoffe: Eine Binsenweisheit, aber wahr: Vollkornprodukte, Müsli und Gemüse enthalten reichlich Ballaststoffe und unterstützen den Darm.
Viel trinken: Da Verstopfung oft auch ein Flüssigkeitsproblem ist, gilt die Faustregel: viel trinken! Möglichst zwei Liter pro Tag, am besten in Form von stillem Wasser, Saftschorlen und Kräutertees. Kaffee, Bier und Wein sollte man dagegen möglichst meiden.
Zeit beim Essen lassen: Speicheln und kauen Sie jeden Bissen gut ein, und konzentrieren Sie sich aufs Essen. Das mag der Darm viel lieber, als hektisch herunter geschlungene Nahrung.
Auszüge aus:
Dr. Jörg Zittlau / Dr. Nrobert Kriegisch / Dagmar P. Heinke: Hausmittel. Geprüfte Nahrungsmittel ohne Nebenwirkungen, 2007
Südwest Verlag, ISBN 978-3-517-08250-9