Brain Jogging
Haben Sie ein schlechtes Gedächtnis? Können Sie sich Gesichter, Orte oder Termine schlecht merken? Halb so schlimm!
Mit der Hilfe von ganz einfachen Techniken und Übungen verbessern Sie die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns ganz leicht.
Wenn Sie erst einmal in Grundzügen verstehen, wie das Gehirn funktioniert, können Sie Ihren Gedächtnisspeicher schneller und effizienter nutzen. Zeigen Sie Ihrem schlechten Gedächtnis ab jetzt einfach die rote Karte!
Üben wie der Meister
Der Guinessbuch Rekordhalter im Merken von Gegenständen, Franz-Josef Schumeckers,
arbeitet mit der so genannten »Routenmethode«. Wenn er sich größere Mengen an Daten merken will, bringt er diese in Verbindung zu einer vorher festgelegten Route in seinem Haus. Eine Route geht z.B. an folgenden zehn Routenpunkten vorbei: 1. Haustür, 2. Garderobe, 3. Gäste-WC, 4. Treppe, 5. Teppich im Wohnzimmer, 6. Palme, 7. Bücherregal, 8. Couch, 9. heiße Herdplatte in der Küche, 10. Spülbecken.
Diese Fixpunkte helfen ihm, sich die unterschiedlichsten Dinge zu merken. Als Beispiel nennt er eine Einkaufsliste mit Milch, Brot, Salat, Tomaten, Möhren etc. Zu diesem Zweck verknüpft er die einzelnen Punkte seiner Route mit der Einkaufsliste. Die Milch wird gedanklich mit der Haustür verknüpft. Damit diese Verbindung auch einprägsam ist, versucht er möglichst alle Sinne in dieses Bild mit einzubeziehen. Körperliche Bewegung, Phantasie, Humor und Übertreibung geben der Verknüpfung einen nachhaltigen Charakter.
So merkt sich Schumeckers ein riesiges Milchpaket, das etwa 20 Liter Milch beinhaltet. Das schüttet er gedanklich über die Tür, wobei er selbst davon völlig nass wird. So ein Bild bleibt garantiert im Gedächtnis haften! Auf die Garderobenhaken spießt er ein Stück Brot auf, in das Gäste-WC stopft er die Salatköpfe, und die Tomaten verbindet er mit der Treppe, indem er sie als riesige Tomatenlawine auf ihn zurollen lässt.
Damit dieses System funktioniert, muss man sich zuvor nur eine Route zurechtlegen und ein wenig kreativ sein. Wichtig ist, dass Sie Ihre Routen systematisch aufbauen und Sie die Routenpunkte sicher wiederfinden. Fangen Sie mit einer kleinen Route an und bauen Sie diese nach und nach aus. Je intensiver Sie mit den Routen arbeiten, desto leichter fällt es Ihnen, Ihr Gedächtnis zu trainieren.
Schumecker, der auch mit kleinen Routen begann, hat heute mehrere Routen in seinem Kopf abgelegt, die insgesamt mehr als 2000 Routenpunkte aufweisen.
So erinnern Sie sich besser
Versuchen Sie in Bildern zu denken. Bilder sind einprägsamer als Worte, an sie erinnert man sich leichter. Übersetzen Sie daher Gehörtes oder Gelesenes immer in Bilder. Wiederholen Sie die Dinge, die sie sich merken wollen, oder noch besser, fassen Sie sie in Reime. Reime sind wie Ohrwürmer, man kann sie fast nicht mehr vergessen!
Eselsbrücken
Um sich einen Namen zu merken, sollte man ihn in verschiedenen Gehirnbereichen abspeichern. Schreiben Sie ihn auf, sprechen Sie ihn aus und erzeugen Sie ein Bild. Wenn Sie sich zum Beispiel den Namen Klaus Berger merken wollen, dann bietet sich hier die Assoziation eines Bergsteigers an, der in Klausur geht, also Bücher in seinem Rucksack den Berg hinauf schleppt.
Die Ruhe macht’s
Auch Entspannung ist wichtig für ein gutes Erinnerungsvermögen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass man Erinnerungen nicht klar und schnell abrufen kann, wenn man müde oder gestresst ist. Entspannungsübungen können wesentlich zur Steigerung der Gedächtnisleistung beitragen.