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© picfabrik - Fotolia.comNicht die chemische, sondern die gentechnische Verseuchung könnte in den kommenden Jahrzehnten zu einem erheblichen Problem für die Landwirtschaft und die Verbraucher werden, da mit Gentech-Saatgut immer gedankenloser umgegangen wird und seine Verbreitung kaum unter Kontrolle gehalten werden kann.

Der Gentech-Experte Werner Müller von der Umweltorganisation Global 2000 wies jetzt anlässlich einer Veranstaltung über die Folgen von Gentechnologie in der Landwirtschaft in Wien darauf hin, dass Gentechniker zwar wissen, wie man Pflanzen fremde Gene einpflanzt, nicht aber, wie man sie wieder aus ihnen herausbringt. Während eine chemische Verschmutzung innerhalb von mehreren Jahrzehnten zumeist abgebaut werden kann, kann sich eine genetische Verschmutzung durch nachwachsende Pflanzen entweder konstant oder, je nach Ausbreitung und Vermehrung der Gewächse ausweiten. Für besonders bedenklich hält Werner Müller den nachlässigen Umgang der Gentechnik-Industrie mit ihrem Kerngeschäft Gentech-Saatgut.

Jüngster Skandal: Obwohl in Deutschland die Ausbringung von gentechnisch verändertem Mais seit 2009 verboten ist, hat die Umweltorganisation Greenpeace auf einer Fläche von bis zu 3.000 Hektar Spuren von herbizidresistentem Gen-Mais gefunden, der in ganz Europa nicht angebaut werden darf. Und weiß man noch nicht, wie die in diese Pflanzen eingeschleusten Transgene auf Menschen oder Tiere wirken. Sicher ist jedoch, dass sie herkömmliche Pflanzen verschmutzen können, unkontrolliert in die gesamte Nahrungskette gelangen und so zur womöglich unkontrollierbaren Gefahr werden.