Anti-Aging fürs Gehirn
Fit und relaxed im Kopf – durch Bewegung, Ernährung und Meditation
Nicht nur unser Körper, sondern auch unser Gehirn kann verschlacken. Wie wir unser Oberstübchen fit halten und gleichzeitig unsere Nerven schonen können ...
Nicht nur unser Körper, sondern auch unser Gehirn- und Nervensystem haben von Zeit zu Zeit eine Verschnaufpause nötig. Sie brauchen eine Auszeit vom Alltagsstress und all den vielen Reizfaktoren, denen sie tagtäglich ausgesetzt sind. Da wir unser Gehirn aber nicht einfach an den Strand in die Sonne legen können wie unseren Körper und sich Denken nicht auf Befehl abschalten lässt, müssen wir zu bestimmten Maßnahmen greifen, damit sich das Gehirn erholen kann.
Stress und Cortisol vermeiden
Das Zauberwort heißt: Stress vermeiden – Cortisol keine Chance geben! Anti-Aging-Mediziner Michael Klentze weiß: „Stress hat insofern einen wichtigen Einfluss auf unser Gehirn, da er das Zerstörungs-
hormon Cortisol auf den Plan ruft. Cortisol ist der personifizierte Zelltod und greift die Hirnzellen genau dort an, wo gemerkt, gedacht und konzentriert wird – im Hippocampusbereich“, Vergesslichkeit, Konzentrationsmangel und eine Verschlechterung der Merkfähigkeit bis hin zu Burn out-Syndrom und Alzheimer können die Folgen sein. Doch das muss niemand über sich ergehen lassen. Wichtig zu wissen: Das Gehirn ist ein Muskel! Um nicht zu rosten und zu verschlacken, muss dieser Muskel bewegt werden, genau wie alle anderen Muskeln unseres Körpers auch. Das Prinzip von Anspannung und Entspannung ist deshalb auch für das Gehirn wichtig. Hierzu bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.
Meditation beruhigt und reinigt
Meditation nach einem stressreichen Tag ist zum Beispiel ein geeignetes Mittel, um Geist und Nerven zu beruhigen und gleichzeitig von Zellgiften zu befreien. Das Zerstörerhormon Cortisol kann dann nicht mehr greifen. Wichtig ist nicht, wie man meditiert, sondern dass man seine Gedanken zur Ruhe kommen lässt. Das kann man beispielsweise tun, indem man sich 10 bis 15 Minuten an einen ruhigen Ort setzt. Der Rücken ist gerade, die Augen sind geschlossen. Lenken Sie für diesen Zeitraum Ihre Gedanken auf den Fluss Ihres Atems. Beobachten Sie ausschließlich, wie der Atem in die einzelnen Körperteile fließt: zuerst in die einzelnen Bereiche Ihres Kopfes, dann in den Hals, die Schultern, die Arme – und dann nach und nach in den Rest des Körpers. Alle anderen Gedanken lassen Sie während dieser Zeit freundlich vorbeiziehen. Eine Übung, die man übrigens nicht nur abends, sondern auch in der Mittagspause machen kann.
Sauerstoff und Nährstoffe für abgespannte Gehirnzellen
Wer sein Gehirn bis ins hohe Alter fit halten will, kann ihm außerdem durch regelmäßige Sauerstoffzufuhr in Form von Spaziergängen, Walking oder Radfahren viel Gutes tun.
Besonders wichtig ist außerdem ein Speiseplan mit Nährstoffen, die Gehirn und Nerven reinigen und entgiften können. Dr, Michael Klentze: „Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Gehirn vor allem mit B-Vitaminen füttern, besonders das Vitamin B1 ist Balsam für gestresste Seelen, es entspannt, fördert die Konzentration und die Kreativität.“ Diese Vitamine kommen vor allem in Bierhefe, Weizenkeime, Sonnenblumenöl, Pinienkernen und Nüssen vor. Aber auch Vollkornprodukte, Seefisch wie Kabeljau und Lachs (Omega 3-Fettsäuren) und Eier (Lecithin, Cholin) unterstützen Gehirn und Nervenkraft. Besonders wertvoll soll in diesem Zusammenhang auch Ginkgo sein. Regelmäßig als Extrakt eingenommen, kann der in ihm enthaltene Wirkstoff Tebonin die Gedächtniskraft positiv beeinflussen.
Schulung der Gedankenkraft
Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, wie man Gehirn und Nerven schützen und vorm Einrosten bewahren kann. Zum Beispiel:
- Lesen trainiert den Geist, besonders dann, wenn es sich um unübliche Lektüren handelt,
die man sonst nie liest, wie etwa den Sport- oder Literaturteil der Tageszeitung. - Memorieren: Wer etwas Erlebtes oder Gelesenes zusammenfassen kann, behält es
besser. Auch das ist gut fürs Gehirn. - Neurobics – so heißt der neue Trend in den USA – ist eine Form des Gehirnjoggings.
Es geht dabei um kleine Übungen, die man in den Alltag einstreuen kann.
Etwa die Zähne mit links putzen, wenn Sie Rechtshänder sind. Oder im Autoradio
mal den Klassiksender einschalten anstatt des sonst üblichen Popsenders.
Quelle:
Dr. Michael Klentze: „Anti-Aging“. Die Macht der eigenen Hormone, 2005
Südwest Verlag, ISBN 978-3-517-06683-7