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Ernährung und Gesundheit

Schlafstörungen – Ursachen und Erste Hilfe-Tipps

Wie man dem Kummer mit dem Schlummer begegnen kann

Rund 30 Prozent aller Menschen in den westlichen Industrienationen haben Probleme mit dem Schlaf, leiden unter Einschlaf- und Durchschlafstörungen und finden nachts nicht zur erwünschten Ruhe. Welche Gründe es dafür gibt und was man dagegen tun kann.

„Schlafstörungen sind Abweichungen vom gesunden Schlafverhalten“, heißt es im Internetlexikon Wikipedia. Doch was ist ein gesundes Schlafverhalten? Dieses ist, so Schlafexperten, von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ein Säugling beispielsweise schläft 16 Stunden am Tag, Kleinkinder 11 bis 13 Stunden. Demgegenüber kommen Jugendliche mit 9 Stunden und Erwachsene mit 8 Stunden Schlaf aus. Für ältere Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen, sind häufig schon 6 Stunden Schlaf ausreichend.

Schlaf ist lebenswichtig

SchlafstörungenWer nicht genug schläft, wird krank. Und umgekehrt: Wer krank ist, kann sich auch gesund schlafen. Im Schlaf können sich alle Körperfunktionen erholen. Unser Gehirn kann Erlebtes verarbeiten und am Vortag Gelerntes dauerhaft abspeichern. Alle unwichtigen Informationen werden dagegen gelöscht. Im Schlaf kommt es außerdem zur Ausschüttung von Hormonen. So produziert der Körper in der ersten Nachthälfte die so genannten Wachstumshormone, die für körperliche Fitness, den Muskelaufbau und Fettabbau zuständig sind. Gegen Morgen, vor dem Aufwachen, steigt hingegen der Spiegel des Stresshormons Kortisol, das uns wieder auf die Aktivitäten des Tages einstimmt. Eine besonders wichtige Bedeutung kommt dem Hormon Melatonin zu. Wenn es dunkel wird, steigt die Melatoniproduktion und sorgt dafür, dass man müde wird. Bei Tagesanbruch geht die Melatoninproduktion wieder zurück.

„Wenn Sie sich nächtelang schlaflos im Bett wälzen, sollten Sie einmal Ihren Melatoninspiegel überprüfen lassen – ist der nämlich zu niedrig, könnte das die Ursache für Ihre Schlafprobleme sein“, weiß Experte Dr. Michael Klentze („Anti-Aging – Die Macht der eigenen Hormone“, Südwest Verlag).

Die häufigsten Gründe für Schlafstörungen

  • Zu viel Schlaf: Dies trifft häufig auf ältere Menschen zu, die abends sehr zeitig ins Bett gehen,
    morgens lange liegen bleiben und in Wahrheit aber mit 6 Stunden Schlaf auskommen würden.
  • Psychosoziale Störungen: Stress und belastende Situationen wie Angst um den Arbeitsplatz
    oder Probleme mit dem Partner können zu Schlafstörungen führen. In diesem Fall hilft meist nur
    eine Klärung der Verhältnisse, um wieder zur Ruhe zu finden.
  • Schichtarbeit: Rund 80 Prozent aller Schichtarbeiter in Deutschland leiden unter Schlafstörungen.
    Der Grund: Durch den ständigen Wechsel von Tag- und Nachtrhythmus gerät der Biorhythmus
    aus dem Takt.
  • Üppiges Essen am Abend: Wer abends zu viel isst, belastet seine Verdauung und riskiert
    Einschlaf- und Durchschlafstörungen.
  • Krankheiten: Auch Krankheiten wie Restless-Legs, also unruhige Beine, können dazu führen,
    dass man nachts nicht schlafen kann.

Erste Hilfe bei Schlafstörungen

  • Tägliche Bewegung wie Spazierengehen, Walking oder Radfahren fördern den Schlaf. Kurz vor
    dem Zubettgehen sind körperliche Aktivitäten zu meiden, da sie dann das Gegenteil bewirken.
  • Schwere Mahlzeiten am Abend belasten den Körper und unterbinden den Schlaf. Nach 21 Uhr
    sollte man am besten nichts mehr zu sich nehmen.
  • Auch Alkohol wirkt sich oft störend aus. Erfahrungsgemäß kann man zwar schneller einschlafen,
    wacht aber meistens nach ein paar Stunden wieder auf und findet dann nicht mehr zur
    gewünschten Ruhe. Ebenso sollten abends keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Tee
    und Cola konsumiert werden.
  • Wichtig für einen erholsamen Schlaf: Ein Bett mit einer guten Matratze, die nicht zu weich
    und nicht zu hart sein sollte. Frische und kühle Luft im Schlafzimmer fördert den Schlaf.
    Geräusche, etwa durch ein Radio oder auch Lichtquellen sind dagegen zu meiden.
  • Lesen im Bett kann einschläfernd wirken. Allerdings sollte es sich nicht um ein Buch handeln,
    das aufwühlt, wie etwa eine Horrorgeschichte oder ein Krimi.
  • Den Biorhythmus beachten! Jeder Mensch hat seine festen Gewohnheiten, morgens zu einer
    bestimmten Uhrzeit aufzustehen und abends schlafen zu gehen. Wer diese innere Schlafuhr
    ignoriert, findet oft ebenfalls nicht zur Ruhe.

Quelle:
Dr. Michael Klentze: „Anti-Aging – Die Macht der eigenen Hormone“, 2003
Südwest Verlag, ISBN 978-3-517-06683-7

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