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© Heike Rau - Fotolia.comSpießiger Kleingarten, das war gestern. Eine neue Welle der Gartenlust hat die Deutschen erfasst und bringt eine Vielzahl bunter Gärten hervor.

Ob Nachbarschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten, Stadtlandwirtschaft oder mobile Landwirtschaft, sein eigenes Obst und Gemüse anzubauen, ist wieder in und scheint auch vielen Städtern große Befriedigung zu verschaffen. Dabei ist es nicht nur ein sinnliches Erlebnis, etwas wachsen und blühen zu sehen, sich beim Graben in der Erde ganz mit der Natur verbunden zu fühlen.

Zu gärtnern wird auch mehr und mehr Ausdruck einer politischen Haltung: Viele Menschen fühlen sich von der fortschreitenden Kommerzialisierung in eine Zwangsjacke geschnürt und abgeschnitten vom lebendigen Kreislauf der Urkraft der Schöpfung. Auch spirituelle Lehrer wie die Inderin Amma weisen darauf hin, dass die wachsende Kluft zwischen Mensch und Natur, einen Verlust der inneren Harmonie erzeugt. Sie ermutigt deshalb mit ihrer im Herbst 2009 in Amerika und Europa gestarteten Grünen Initiative „GrowIn – One Seed at a Time“ insbesondere junge Menschen dazu, ihr eigenes Gemüse anzubauen – wobei auch auf Fensterbänken, in alten Autoreifen und in Balkonkästen so einiges heranreifen kann.

 Auf einfachste Weise wird so die Rückverbindung der Jugendlichen zu Mutter Erde wieder hergestellt, aber auch ein Schritt weg von der Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft gemacht. Dass das Gärtnern auch ein Miteinander schaffen kann, zeigen die „Interkulturellen Gärten“, die zur Integration von Migranten beitragen und inzwischen viele deutsche Großstädte grüner und lebendiger machen. Last but not least: Wenn Sie selbst anbauen, wissen Sie, was auf den Tisch kommt!